Anregungen und Anleitungen für Ihren Garten

Hier finden Sie Wissenswertes und Tipps und Tricks rund um die naturnahe Gartengestaltung - und worauf Sie im eigenen Garten besser verzichten sollten:


Insektenhotel (Adobe Stock)

Insektenhotels sind immer gut gemeint, es gibt aber auch ein paar Dinge, die man beachten sollte, wenn man beispielsweise unseren Wildbienen etwas Gutes tun möchte:

  1. Insektenhotels brauchen Sonne und müssen vor Regen und Wind geschützt sein.

2. Löcher in Holzklötzen sollten immer nur von der Seite, niemals von der Stirnseite (die Seite mit den Jahresringen) gebohrt werden. Vorsicht: In vielen bebilderten Anleitungen wird das falsch dargestellt! Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Holz reißt, was Parasiten und Pilzen Tür und Tor öffnet und zum Absterben der Brut führt. 

Tipp: Ausgehöhlte, abgesägte Bambusstangen, die auf einer Seite z. B. mit Watte, Ton oder Lehm abgedichtet sind, eignen sich hervorragend für viele Wildbienen. Die meisten Wildbienen nisten aber in sandigen Böden, siehe dazu auch unsere Anleitung für den Bau eines Sandariums weiter unten auf dieser Seite.  Bei Holzklötzen am besten nicht ganz durch das Holz bohren. Die Mindestlänge von Röhrchen und Bohrlöchern sollte 10-12 cm betragen, da sonst überwiegend Männchen schlüpfen und dieses verschobene Verhältnis der Population sogar schaden kann.

3. Saubere Bohrungen und nachträgliches Abschleifen verhindern Holzsplinte, an denen Wildbienen ihre Flügel verletzen können. Ausgefranste und holzsplittrige Bohrungen werden daher nicht angenommen. Geeignet sind Harthölzer wie Eiche, Esche oder das Holz von Obstbäumen.

Tipp: Je größer das Spektrum an verschiedenen Bohrlöchern, desto höher die Chance auf Bewohner. Am meisten sollten Bohrlöcher von 3-6 mm vorhanden sein.

4. Das beste Insektenhotel nützt nichts, wenn es in der Nähe kein Nahrungsangebot gibt. Aus diesem Grund ist es wichtig, das "Richtige" zu pflanzen - das heißt für Balkon oder Garten: heimische Blüten und Stauden sollten auf die Insekten abgestimmt sein, die wir fördern möchten.

5. Drahtgeflechte oder Gitter mit einer Maschenweite von einem Zentimeter schützen die Insekten vor plündernden Vögeln. Vogelfutter kann man im Winter gerne zusätzlich aushängen.

Tipp: Alte abgeschnittene Brombeer- und Himbeerstängel lassen sich sehr gut senkrecht im Zaun befestigen. Diese werden von vielen Wildbienen gerne zum Überwintern genutzt. 


Weitere Informationen zum Bau eines Insektenhotels finden Sie beispielsweise unter folgendem Link: Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. - Insektenhotel bauen


Häufige Fehler bei Nisthilfen:

- Für Nisthilfen aus Holz wird leider oft frisches, nicht abgelagertes Holz verwendet. Die Bohrungen werden oft zu dicht gesetzt oder ins Stirnholz (ins Holz der Jahresringe) gebohrt. Das erzeugt Risse und gefährdet die Brut, Wildbienen meiden daher diese Nisthilfen.

 - Die Bohrungen sind zu rau. Den Bohrer solange hin- und herbewegen, bis die Wände glatt sind. Querstehende Holzfasern am Eingang abschmirgeln. Je glatter das Bohrloch, umso besser! Bohrmehl durch Ausklopfen entfernen.

- Loch- und Hohlziegel werden nicht besiedelt, sind aber dennoch Bestandteil von fast jedem „Wildbienenhotel“. Verwenden Sie lieber Strangfalzziegel, deren Löcher gerne besiedelt werden.

- Tannenzapfen und Stroh haben in einer Nisthilfe für Wildbienen nichts verloren.

Tipp: Schaffen Sie kleine Bereiche, die sich selbst überlassen werden und in denen sich Insekten über ihre verschiedenen Lebensstadien hinweg ungestört entwickeln können. Zum Beispiel können Sie einen Teil des Rasens bewusst ungemäht lassen. Darüber freuen sich nicht nur Insekten, das spart auch Arbeit.



Förderhinweise

Gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Diese Website gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Bundesprogramms Biologische Vielfalt wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.

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