
Im Rahmen der drei Gartenwettbewerbe "Privat proVielfalt" werden gelungene Beispiele eines naturnahen Gartens gesucht, die zum Nachahmen anregen. Der Fokus liegt hier also nicht auf besonders gepflegten, sondern auf möglichst struktur- und artenreichen Gärten mit heimischen Blütenpflanzen, die Insekten Nahrung und Unterschlupf bieten. Der dritte und letzte Wettbewerb ist für 2027 geplant.
Wir bedanken uns für die zahlreichen Anmeldungen und die tollen Einblicke in die Gärten!
Teilnahmevoraussetzungen
- Keine Verwendung von chemisch-synthetischen Düngern und chemischen Pflanzenschutzmitteln
- Verzicht auf den Einsatz torfhaltiger Substrate
- Keine Verwendung von Mährobotern
- Überwiegende Verwendung heimischer Pflanzen
Informationen zum Aufbau naturnaher Gärten und wie Sie die Teilnahmevoraussetzungen bestmöglich erfüllen, finden Sie auf unserer Unterseite Anregungen und Anleitungen für Ihren Garten.
Folgende Kriterien werden positiv bewertet
- Vielfalt heimischer Stauden und Kräuter
- Vielfalt heimischer Sträucher, Bäume und Obstgehölze
- Struktur- und Lebensraumvielfalt für Insekten und weitere Gartenbewohner
- Überwinterungsquartiere für Tiere
- Vorhandensein von extensiven Wiesenbereichen
- Blütenreichtum über das ganze Jahr
- Ökologisch ausgerichtete Bewirtschaftung (Kompost, Wasserkreislauf)
- Ressourcenschonende Materialwahl
Anmeldung zum Gartenwettbewerb „Privat proVielfalt“
Bis zum 2. Juni 2025 hatten alle Gartenbesitzer im Landkreis München die Möglichkeit, sich für unseren zweiten Gartenwettbewerb anzumelden. Dieser Wettbewerb konzentriert sich auf Gärten, die besonders strukturiert und artenreich gestaltet sind oder noch umgestaltet werden sollen.
Auch die naturnahe Gestaltung von Teilbereichen eines Gartens ist bereits ein wertvoller Beitrag. Heimische Blühpflanzen sind beispielsweise wichtig für Insekten, bieten Nahrung und Unterschlupf und fördern so einen naturnahen Garten.
Die Anmeldung für den zweiten Gartenwettbewerb ist abgelaufen. Der dritte und letzte Wettbewerb wird 2027 stattfinden.
Gewinnergärten des 1. Wettbewerbs "Privat proVielfalt" 2023
Vier ausgezeichnete Gärten
Insgesamt 36 Bewerbungen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten sind beim ersten Gartenwettbewerb "Privat proVielfalt" eingegangen. Der erste Platz wurde mit einem Preisgeld von 500 EURO prämiert, der zweite Platz mit 300 EURO und der dritte Platz, den sich zwei Teilnehmende teilen, mit jeweils 100 EURO.
1. Platz: Familie Kellner aus Neubiberg
v.l.n.r.: Benjamin Ungar (Projekt-Team, Familie Kellner, Susanne May (Projekt-Team), Ute Borchers (DLR Projektträger) bei der Preisübergabe.
Vogel- und Insektenhäuser der Familie Kellner
Betritt man den Garten, spürt man sofort die naturnahe Ausstrahlung des gesamten Gartens. Alles wirkt sehr natürlich, mit fließenden Übergängen von verschiedenen Lebensbereichen, die für heimische Pflanzen und Tiere bereitgehalten werden. Einzelstehende Bäume, Sträucher und viele Kletterpflanzen bilden den Rahmen, dazwischen schwingt sich ein kleiner, unversiegelter Trampelpfad vom Steingarten am Naturteich vorbei, durch abgemagerte und blütenreiche Saumbereiche mit Stauden und Kräutern bis hin zum Hochbeet und Wurmwanderkasten, der mit seinen beiden Kammern für eine schnelle und effektive Umsetzung des anfallenden organischen Materials aus dem Garten sorgt. Erkennbar ist auch die besondere Motivation der Gartenbesitzerfamilie Kellner, ihren Garten in eine Idylle für heimische Pflanzen und Tiere zu verwandeln. Dort darf es nach dem Vorbild der Natur wachsen und gedeihen. Wildrosen mit Hagebutten, die den Vögeln Nahrung bieten, dürfen hängen bleiben. Ausdauernde Pflanzen wie die Wilde Karde bleiben im Winter stehen und locken so auch in der kalten Jahreszeit Stieglitze an. So trifft man auf eine sehr große Vielfalt an Nischen mit fließenden Übergängen.
Idylle für heimische Pflanzen und Tiere
Durch den Abtrag von Oberboden und die Gestaltung des Gartens mit magerem, kiesigem Substrat wurde der Grundstein für die Artenvielfalt gelegt. Denn viele unserer heimischen, immer seltener werdenden Pflanzenarten können dort auf nährstoffarmen Böden noch bestens gedeihen. Starkwüchsige Konkurrenten, die sonst weit verbreitet sind, können sich dort nicht halten. In der Folge etabliert sich ein artenreicher Bestand an Pflanzen, der vielen Insekten, darunter auch spezialisierten Tierarten Nahrung bietet. So hat sich eine beachtliche Vielfalt an Spezialisten unter den heimischen Pflanzen angesiedelt, die weiteren Gartenbewohnern Lebensraum und Nahrung bietet. Belohnt wird die Familie Kellner mit reichlich Besuch aus der Tierwelt: Wildbienen, Hornissen, Schmetterlinge und weitere Insekten, Stieglitze, Mönchsgrasmücken, Erlenzeisige, Schwanzmeisen, Rotschwänze und Rotkehlchen. Mauersegler brüten über dem Balkon in speziell dafür vorgesehenen Nistkästen - und das mit großem Erfolg! Am und im Teich findet man Kröten, Molche und Köcherfliegenlarven (letztere sind ein Indikator für gute bis sehr gute Wasserqualität, also sauerstoffreiches und zugleich nährstoffarmes Wasser). Unzählige, besiedelte Insektenhotels, etwa 20 Vogelnistkästen und Unterschlupfmöglichkeiten für Igel ergänzen den sehr vielfaltigen Garten für die Biodiversität.
2. Platz: Familie Leitenberger aus Furth (Oberhaching)
v.l.n.r.: Benjamin Ungar (Projekt-Team), Familie Leitenberger, Susanne May (Projekt-Team)
Der Garten überzeugt durch eine sehr große Vielfalt an verschiedenen Lebensräumen mit einem breiten Spektrum von feuchten bis hin zu trockenen Lebensräumen. Sehr viele Flächen werden bei der Familie Leitenberger im Garten genutzt, um heimischen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum zu geben. Schon im Eingangsbereich bietet die flächendeckend bewachsene Stellplatzüberdachung mit Efeu Unterschlupf für viele Insekten, unter anderem auch für nistende Zaunkönige. Daran schließt sich ein Vorgartenbereich an, der sich als Sukzessionsfläche auf magerem Kies entwickelt hat. Eine Vielzahl von spezialisierten Pflanzen für trockenheitsverträgliche Standorte konnte sich hier ansiedeln. Integriert in diese Fläche ist ein kleiner, kiesiger Naturteich, der sich nur zeitweise mit Wasser füllt und dann wieder trockenfällt. Diesen Teich suchten bis vor wenigen Jahren offenbar noch einige Wechselkröten regelmäßig auf.
Vorgarten der Familie Leitenberger: Ein wertvoller Lebensraum mit Totholzelementen und leicht zugewachsener Wasserlache (rechts im Bild)
Im Garten wird darauf geachtet, dass nur wenig Fläche versiegelt und nur natürliche Materialien verwendet werden. So führt nur ein Trittplattenweg aus Naturstein durch den zentralen Bereich des Gartens. Ansonsten geht man fast ausschließlich auf unbefestigten Wegen. Neben einem größeren Gartenteich, der mit Seerosen und weiteren Wasserpflanzen bewachsen ist, gibt es noch zwei große Trockenmauern mit vielen Nischen und Spalten, in denen Insekten und Eidechsen überwintern können. Einige große Bäume, von denen manche mit Klettergehölzen bewachsen sind, ergänzen das große Angebot an Lebensräumen und Nischen, ebenso wie stehendes und liegendes Totholz, das man an verschiedenen Stellen im Garten vorfindet und das für totholzbewohnende Insekten lebensnotwendig ist. Doch insbesondere die blütenreichen Wiesenbereiche fallen auf, die für heimische Insekten sehr wichtig sind, aber leider immer seltener werden. Ein abgemagerter und damit besonders artenreicher Wiesenabschnitt wurde vor Jahren mit heimischem Saatgut eingesät. Da er nur einmal Ende Juni gemäht wird und Teilbereiche über den Winter als Überwinterungsquartier beispielsweise für Schmetterlingsarten stehen bleiben, ist er besonders wertvoll für die Insekten. Solche Wiesenbereiche sind heutzutage eine Seltenheit geworden, da viele Leute ihren Rasen regelmäßig (schlimmstenfalls mit Mährobotern) regelrecht trimmen. Ein- bis zweimalig gemähte Wiesenabschnitte stellen jedoch einen wertvollen Lebensraum für unsere heimischen Insekten dar.
3. Platz (1): Frau Fuchs aus Ismaning
v.l.n.r.: Benjamin Ungar (Projekt-Team), Frau Fuchs, Susanne May (Projekt-Team)
Vorderbereich des Schrebergartens von Frau Fuchs. Die Pflanzen- und Strukturvielfalt bietet Insekten einen wertvollen Lebensraum.
Der Schrebergarten von Frau Fuchs stellt unter Beweis, dass auch die begrenzte Fläche eines Schrebergartens oder eines Kleingartens bestens dazu geeignet ist, die biologische Vielfalt zu fördern. Die Gartenfläche ist geradezu ein Idyll für Insekten. Denn der Gartenbesitzerin gelingt es, kleinräumig sehr viele Übergänge und Nischen zu schaffen. Dabei liegt ihr besonderer Fokus auf der Förderung der bedrohten Insekten. Frau Fuchs nutzt vor allem die sonnigen Gartenflächen als potentielle Lebensräume für Insekten. Diesen macht sie ein reichhaltiges Angebot durch magere, sandig-kiesige Bereich für heimische, trockenheitsverträgliche Kräuter und Stauden, die ihrerseits Insekten anlocken. Durch vielfältige Strukturen und Nischen entsteht ein reichhaltiges Angebot. Ein eigens für bodenbrütende Insekten angelegtes Sandarium und eine mit kiesigem Substrat aufgebaute Fläche, die vormals mit Gartenplatten belegt war, schaffen einen besonderen Lebensraum für Wildbienen. Dadurch konnten seltenere, heimische und trockenheitsverträgliche Pflanzen angesiedelt werden. Erfolgreich schafft Frau Fuchs damit genau das Angebot, das Wildbienen benötigen, um im Boden nisten zu können und Nahrung in Form von Pollen und Nektar zu finden. Rund drei Viertel unserer Wildbienen zählt man zu den bodenbrütenden Arten. Natürlich haben auch Nisthilfen für Wildbienen und Vögel in Frau Fuchs Garten einen festen Platz. Kleingarten- und Schrebergartenparzellen sind deswegen für die Förderung der biologischen Vielfalt interessant, weil hier eine sehr große Vielfalt an Pflanzen zusammentreffen kann. Je mehr Pächter einer solchen Gartenanlage die Gestaltungsgrundregeln für einen naturnahen Garten berücksichtigen, desto mehr Lebensraum finden unsere heimischen Pflanzen und Tiere vor.
3. Platz (2): Familie Bach aus Unterhaching
v.l.n.r.: Benjamin Ungar (Projekt-Team), Familie Bach, Susanne May (Projekt-Team), Rainer Schäfers (Vorsitzender des Gartenbauvereins Unterhaching)
Artenvielfalt durch Gemüsegärtnern, das trifft auf diesen Garten zu. Durch das Anbauen von sehr vielen Kräutern und Gemüsesorten in einem großen Teil des Gartenbereichs wird von der Familie Bach eine hohe Anzahl an blühenden Pflanzen über das ganze Jahr erreicht. Viele Obstbäume, Beerensträucher und eine Hainbuchenhecke sowie eine größere, blütenreiche Wiese, sonnige und schattige Staudenbeete vervollständigen das vielfältige Angebot an Blüten und Lebensräumen im Garten. Chemische Pflanzenschutzmittel, chemisch-synthetische Dünger und die Verwendung von Torf sind tabu. Stattdessen wird auf natürliche Mittel wie zum Beispiel Brennnesseljauche zur Gesunderhaltung der Pflanzen gesetzt.
Blick auf den vielfältigen Obst- und Gemüsegarten der Familie Bach.
Der Stoffkreislauf des anfallenden organischen Materials ist vorbildlich, alles wird wiederverwertet. Der gereifte Kompost wird in die Gemüseflächen, Staudenbeete und Baumscheiben eingebracht. Andere Bereich wiederum, wie die Wiese und Saumstrukturen werden nährstoffarm gehalten, so dass sich hier auch trockenheitsverträgliche Pflanzen angesiedelt haben. Auch hier darf die Wilde Karde wachsen. 10.000 Liter Wasser können aufgefangen und der Wiederverwendung zugeführt werden. Der naturnah bewirtschaftete Garten lockt, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und verschiedene Vogelarten an, die hier regelmäßig zu Gast sind. In diesem Garten gelingt es, Nahrungsmittel anzubauen und gleichzeitig sehr viel Nahrung und Lebensraum für Insekten und andere heimische Tierarten anzubieten.
Gewinnergärten des 2. Wettbewerbs "Privat proVielfalt" 2025
Zwei Gewinnergärten in Taufkirchen
Insgesamt 20 Bewerbungen sind beim zweiten Gartenwettbewerb "Privat proVielfalt" eingegangen. Der erste Platz wurde mit einem Preisgeld von 500 EURO prämiert, der zweite Platz mit 300 EURO und der dritte Platz mit 200 EURO.
1. Platz: Frau Brinkmann aus Taufkirchen
Begegnet man Frau Brinkmann in Ihrem Garten, merkt man schnell, dass man es hier mit einer wahren Gartenexpertin zu tun hat: Vom Vermehren der Gemüsesamen bis hin zum Veredeln Ihrer Obstbäume macht Frau Brinkmann alles selbst! Und dann hat sie auch noch ein großes Herz für die großen und kleinen Bewohner ihres Gartens und hat aus diesem Grund einen besonderen Blick darauf, dass alle einen Unterschlupf und genügend Nahrungspflanzen vorfinden.
Dank der großen Pflanzenvielfalt an Wildpflanzen, Gemüsesorten, Obstgehölzen und Frühlingsblühern, bietet ihr Garten fast ganzjährig ein farbenfrohes Blühangebot aus heimischen Pflanzen, die so wichtig für unsere daran angepassten Bestäuber sind. Besonders artenreiche Bereiche fördert Frau Brinkmann ganz gezielt: Während sie den Großteil der Fläche einmal im Monat mäht, bleibt ein Rückzugsgebiet von einigen Quadratmetern unberührt und wird nur einmal im Jahr, nämlich im Juni gemäht. Dadurch werden die für Bestäuber notwendigen Blütenpflanzen und Rückzugsorte im Garten erhalten, auch wenn außenherum gerade gemäht wurde. Das anfallende Mähgut wird weitergenutzt und dient als natürlicher Mulch in den Beeten: Es schützt den Boden vor Austrocknung, spart also Gießwasser ein. Ein Naturteich mit Molchen und anderen Amphibien rundet das ökologische Konzept ab und bietet zusätzlichen Lebensraum für die heimische Fauna.
Besonders positiv sticht ein altes Regal heraus, welches Frau Brinkmann zu einem professionellen und vor Spechten geschützten Wildbienenhotel umfunktioniert hat und auf einem extra angelegten, sandigen Bodennistplatz für Wildbienen angelegt wurde. Kleine Wasserschalen mit Moos und Steinen als Landemöglichkeit darin, bieten den Insekten eine wichtige Trinkmöglichkeit an heißen Tagen – denn bei Trockenheit produzieren die Blüten weniger Nektar und Bestäuber wie Schmetterlinge und Bienen brauchen dann eine alternative Wasserquelle. So vereint Frau Brinkmann in ihrem Garten Ästhetik mit praktischem Artenschutz und nachhaltiger Ressourcennutzung.
Dass sie gewonnen hat, könne sie auch einige Monate nach der Bekanntgabe noch nicht fassen, erzählt Frau Brinkmann schmunzelnd. „Aber alle in meinem Umkreis reagierten genau gleich auf diese tolle Neuigkeit. Sie sagten alle nur eines: verdient“. Dieses wohl verdiente Preisgeld in Höhe von 500 Euro nutzte sie dazu eine hölzerne Wassertonne anzuschaffen sowie ein fachgerechtes Sandarium zum Nisten für Wildbienen anzulegen – denn ca. 75 % der Wildbienenarten nisten in offenen, lockeren Bodenflächen. Besser könnte eine Nutzung des Preisgeldes für naturnahe Gärten nicht sein!
2. Platz: Frau Reinhart aus Grünwald
Ein mit Büschen und Bäumen gesäumter Weg führt am Hauseingang vorbei bis man vor einem Schuppen mit daran aufgeschichteten, alten Holzscheiten steht. Zwei Wassertonnen stehen für heißere Tage zum Gießen bereit. Links neben dem Schuppen, mit Blick auf den Garten, der sich in L-Form an dem Haus entlang schmiegt, ein Hochbeet mit Kräutern und Gemüsepflanzen. Auffällig ist die sehr hohe Vielfalt an heimischen Stauden und Kräutern, die nicht nur optisch viel zu bieten haben, sondern auch vielen Bienen und Schmetterlingen Nahrung bietet.
Unter dem schattigen Blätterdach einer großen Esche lädt eine Boulebahn aus feinem Splitt und Sand zum Spielen ein. Folgt man dem schmalen Trampelpfad um die Esche herum, gelangt man zu einem großen Komposthaufen für Pflanzenreste und Laub, einer Totholzhecke und überdacht gelagertem Feuerholz - gute Rückzugsorte für Igel und andere Tiere, die immer ein geschütztes Plätzchen dankend annehmen. Mit Fledermauskästen und Vogelnistkästen achtet Frau Reinhart generell darauf, dass in ihrem Garten viele Tiere einen Unterschlupf finden. Einige Blindschleichen und seit Jahren im Garten nistende Amseln fühlen sich jedenfalls sehr wohl, wie Frau Reinhart berichtet.
Dreht man sich um, fällt einem der ausgedehnte, blühende Saum aus Beinwell auf, in dem es nur so summt und man die Hummeln bei der Nahrungssuche beobachten kann. Dann fällt der Blick unweigerlich in den fast schon verwunschen wirkenden Teil des Gartens: zwischen weiteren großen Bäumen wie Eiche, Linde und Spitz-Ahorn eingebettet, stehen zwei Apfelbäume. Die Außengeräusche sind durch das Blattwerk und die natürliche Hecke außenherum so leise und gedämpft, dass es zeitlos und wie eine Oase in einer eigenen Welt wirkt . Eine mit Wein eingerahmte Terrasse bietet auch im Sommer einen angenehmen und idyllischen Aufenthaltsbereich: mit Blick auf die beiden Obstbäume und dem Gefühl, mitten in der Natur zu sein.
3. Platz: Frau Vieweg aus Taufkirchen
Auch bei diesem zweiten Wettbewerb befindet sich mit dem Garten von Ute Vieweg wieder ein Schrebergarten auf dem Siegerpodest, was wieder einmal beweist, dass auch in Schrebergartenanlagen dem kurzgetrimmten Rasen naturfreundliche Flächen entgegengestellt werden. Der damalige Bürgermeister Ullrich Sander ließ es sich nicht nehmen, persönlich bei der Preisübergabe dabei zu sein.
Der Garten ist ein Refugium für viele Pflanzen und Tiere: Einzelstehende Obstbäume wie Apfel, Pflaume und Mirabelle spenden im Frühling Pollen und Nektar für Insekten, im Sommer einen angenehmen Schatten sowie frisches Obst. Ein prächtiger Efeu-Vorhang am Holzgerüst neben der Hütte lädt Bestäuber im Herbst zu einer letzten Nahrungsquelle vor dem kommenden Winter ein.
Besonders hervorzuheben ist die Offenheit des Gartens, der zu dem Nachbargrundstück nur mit einigen Sträuchern und Gehölzen abgetrennt ist. Es gibt keinen Zaun, wodurch Gartenbewohner wie der Igel ungehindert nach Nahrung suchen können. Eine imposante Totholzhecke im hinteren Teil des Gartens dient als Ort für Gehölzschnittgut aus dem Garten und bietet Tieren Unterschlupf und ist gleichzeitig Windfang und Sichtschutz in einem.
Positiv fällt vor allem die Strukturvielfalt auf: Eine bewohnte Eidechsenburg aus losen Steinen, eine umfunktionierte Wanne zu einem ebenerdigen Feuchtbiotop, blühende Säume und das stehen lassen von verblühten Stängeln für nistende Wildbienen sind einfache und effektive Maßnahmen für die Biodiversität, die Frau Vieweg gezielt einsetzt. Ein paar Nistkästen und ein selbstgeflochtener Ball mit gesammeltem Moos zur Nestauspolsterung lässt auch das Herz der Vögel höher schlagen.
Das Herzstück bildet ein Gemüsegarten im vorderen Bereich des Gartens, der durch einen traditionellen Bauernzaun aus Holz abgetrennt ist und dem Garten einen ganz besonderen Charme verleiht. Hervorzuheben ist die ressourcenschonende Bearbeitungsweise von Frau Vieweg für den Gemüseanbau. Ein Komposthaufen, zwei Regentonnen zum Gießen, Mähgut zum Mulchen der Beete und das Einbringen von Bio-Schafswolle als Wasserspeicher im Boden und als natürliche Stickstoffgabe unterstreichen den Nachhaltigkeitsgedanken.
Gärten verbinden
Bei den Wettbewerben durften wir einen Blick in viele Gärten werfen und die Menschen dahinter ein wenig kennenlernen. Besonders hat es uns gefreut, dass jeder eigene Ideen und Projekte im Garten verfolgt - einmal kümmern sich die Leute gerne um die Vögel, in einem anderen Garten soll es herrlich blühen und in anderen Gärten sind Igel besonders willkommen. Oft war eine besondere Begeisterung und Freude spürbar, die uns direkt ansteckte. Eine kleine Geschichte hat uns besonders vor Augen geführt, wie Gärten uns Menschen verbinden können.






Wir hoffen, dass wir auch Sie für eine artenreiche Gartengestaltung inspirieren konnten und wünschen Ihnen viele tolle Ideen für Ihren Garten!
Förderhinweise
Diese Website gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Bundesprogramms Biologische Vielfalt wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.
Website BMUV: https://www.bmuv.de
Website BfN: https://www.bfn.de